BvV e.V. enga­giert sich für Digi­ta­li­sie­rung — Novel­lie­rung des § 383 BGB am 01.01.2025 in Kraft getreten

News & Aktuelles - Bundesverband öffentlich bestellter, vereidigter und besonders qualifizierter Versteigerer

Bun­des­ver­band öffent­lich bestell­ter, ver­ei­dig­ter Ver­stei­ge­rer (BvV e.V.) als Impuls­ge­ber für Digitalisierungsstrategie

Der BvV e.V. – Bun­des­ver­band öffent­lich bestell­ter, ver­ei­dig­ter Ver­stei­ge­rer wur­de von Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Jus­tiz sowie des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Kli­ma­schutz zu einem Fach­ge­spräch ein­ge­la­den, um die Digi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gie im Bereich der Pfand­ver­wer­tun­gen aktiv mitzugestalten.

Die Ein­la­dung doku­men­tiert den gestie­ge­nen Stel­len­wert der öffent­lich bestell­ten, ver­ei­dig­ten Ver­stei­ge­rer als rechts­si­cher agie­ren­de Instanz inner­halb eines zuneh­mend digi­ta­li­sier­ten Ver­wer­tungs­sys­tems. Als neu­tra­le Amts­trä­ger ver­fü­gen sie über eine gesetz­lich legi­ti­mier­te Schlüs­sel­rol­le im Span­nungs­feld zwi­schen Gläu­bi­ger­schutz, Trans­pa­renz und wirt­schaft­li­cher Verwertung.

Im Mit­tel­punkt des Aus­tauschs stan­den fol­gen­de Themen:

  • die zukunfts­fä­hi­ge Aus­ge­stal­tung digi­ta­ler Verwertungsplattformen,

  • rechts­si­che­re Online-Live-Ver­stei­ge­run­gen unter Wah­rung daten­schutz­recht­li­cher Vorgaben,

  • die Rol­le des Ver­stei­ge­rers als ver­trau­ens­wür­di­ger Akteur in digi­tal trans­for­mier­ten Märk­ten sowie

  • not­wen­di­ge gesetz­li­che Anpas­sun­gen zur För­de­rung effi­zi­en­ter, markt­ori­en­tier­ter Verwertungsverfahren.

„Digi­ta­li­sie­rung braucht nicht nur Infra­struk­tur, son­dern auch Ver­trau­en und Legi­ti­ma­ti­on. Der öffent­lich bestell­te, ver­ei­dig­te Ver­stei­ge­rer ist mehr denn je gefragt – als unab­hän­gi­ge Instanz, die Rechts­si­cher­heit mit wirt­schaft­li­cher Effi­zi­enz ver­bin­det.“, so F.  Eber­hard Oster­may­er, Prä­si­dent des BvV e.V.

Der Bun­des­ver­band begrüßt aus­drück­lich den begon­ne­nen Dia­log mit den poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gern. Die Inte­gra­ti­on digi­ta­ler Ver­wer­tungs­tech­no­lo­gien eröff­net gro­ße Chan­cen – vor­aus­ge­setzt, sie fußt auf einem klar defi­nier­ten recht­li­chen Fun­da­ment und wird von qua­li­fi­zier­ten Ver­stei­ge­rern ver­ant­wor­tungs­voll umgesetzt.

Denn nur wo Trans­pa­renz, Geset­zes­treue und öko­no­mi­sche Ver­nunft Hand in Hand gehen, kann die Digi­ta­li­sie­rung ihr vol­les Poten­zi­al entfalten.

 

Neue recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen ab 01.01. 2025

Mit der zum 01.01.2025 in Kraft getre­te­nen Novel­lie­rung des § 383 BGB (Legal­de­fi­ni­ti­on) hat der Gesetz­ge­ber die Bedeu­tung des Pfand­rechts aus­drück­lich gestärkt – und erst­mals die Durch­füh­rung von Online-Ver­stei­ge­run­gen durch öffent­lich bestell­te, ver­ei­dig­te Ver­stei­ge­rer gesetz­lich ver­an­kert. Damit mani­fes­tiert sich das in die Ver­stei­ge­rer gesetz­te Ver­trau­en als unab­hän­gi­ge Instanz: als Garant für rechts­si­che­re Ver­fah­ren, wirt­schaft­lich fun­dier­te Ver­wer­tung und trans­pa­ren­te Abläu­fe. Gemäß § 383 BGB ist der öffent­lich bestell­te, ver­ei­dig­te Ver­stei­ge­rer nun aus­drück­lich an ers­ter Stel­le als zen­tra­le Instanz für die Ver­wer­tung von Gegen­stän­den und Rech­ten basie­rend auf ver­trag­li­chen und gesetz­li­chen Pfand­rech­ten genannt. Sei­ne Ein­bin­dung garan­tiert eine unab­hän­gi­ge, rechts­kon­for­me und fai­re Abwick­lung des Ver­wer­tungs­ver­fah­rens, die sowohl bei Gläu­bi­gern als auch Schuld­nern Akzep­tanz fin­det. Bei der For­de­rungs­rea­li­sie­rung von in Pfand genom­me­nen Rech­ten und Gegen­stän­den steht der auf die­se Ver­wer­tun­gen gemäß § 1237 BGB spe­zia­li­sier­te all­ge­mein öffent­lich bestell­te, ver­ei­dig­te Ver­stei­ge­rer für best­mög­li­che Verwertungserlöse.

Mit der jüngs­ten Novel­lie­rung des Bür­ger­li­chen Gesetz­buchs (BGB) hat der Gesetz­ge­ber die seit Jahr­hun­der­ten bewähr­te Funk­ti­on des öffent­lich bestell­ten und ver­ei­dig­ten Ver­stei­ge­rers somit neu jus­tiert. Das BGB wur­de an die Anfor­de­run­gen der heu­ti­gen Zeit ange­passt und ermög­licht die Online-Live-Gebots­ab­ga­be über geeig­ne­te digi­ta­le Platt­for­men. Dadurch wird der Kreis poten­zi­el­ler Käu­fer erheb­lich erwei­tert, was neue Chan­cen für höhe­re Ver­wer­tungs­er­lö­se schafft. Immer mehr Unter­neh­mer nut­zen die­se Mög­lich­keit, um For­de­run­gen abzu­si­chern und ins­be­son­de­re grö­ße­re Beträ­ge erfolg­reich zu realisieren.

 

Die Rol­le des all­ge­mein öffent­lich bestell­ten, ver­ei­dig­ten Ver­stei­ge­rers in der Marktwirtschaft

Der all­ge­mein öffent­lich bestell­te, ver­ei­dig­te Ver­stei­ge­rer ist eine tra­gen­de Insti­tu­ti­on des deut­schen Rechts­sys­tems und dient der kurz­fris­ti­gen, markt­ge­rech­ten Lösung leis­tungs­ge­stör­ter Ver­trä­ge. Er ist kein Voll­stre­ckungs­or­gan des Staa­tes, son­dern bei der Pfand­ver­wer­tung ein Organ der Rechts­pfle­ge. Dabei steht stets die Wah­rung der durch das Grund­ge­setz garan­tier­ten Eigen­tums­rech­te aller Betei­lig­ten, ins­be­son­de­re des Schuld­ners, im Mit­tel­punkt. Die­se Funk­ti­on ist vom Gesetz­ge­ber als essen­zi­el­ler Bestand­teil der Rechts­pfle­ge vor­ge­se­hen. Er agiert unab­hän­gig und unpar­tei­isch. Der Ver­stei­ge­rer  ist nicht Dienst­leis­ter des Gläu­bi­gers, son­dern eine auf sei­ne Unab­hän­gig­keit im Ver­wer­tungs­ver­fah­ren ver­ei­dig­te Instanz.